Eine Gruppe und Aktivistinnen hat dieses Video mit Forderungen nach vollem Staatsbürgerrecht für Frauen veröffentlicht. Die Übersetzung findet ihr hier.

Wir fordern: Die formelle Anerkennung unserer vollen Bürgerrechte innerhalb unseres Landes durch den Staat. Diese beinhaltet dieselben bürgerlichen, politischen, sozialen und juristischen Pflichten und Rechte, die auch den männlichen Staatsbürgern zugestanden werden. Zudem fordern wir eine offizielle Stelle oder Behörde, die die Entwicklung, Umsetzung und Sicherung der Frauenrechte im Land beaufsichtigt und fördert. Folgende Punkte müssen sollen unwiderruflich festgelegt werden:

… ein großer für die Frauen im Magischen Königreich? Gestern hat König Abdallah von Saudi Arabien etwas überraschend angekündigt, dass Frauen ab 2015 das Wahlrecht in Gemeindewahlen zugestanden werden soll. Frauen sollen dann nicht nur wählen, sondern sich auch zur Wahl aufstellen lassen dürfen.

Für die Aktivistinnen im Land, die sich seit Jahrzehnten für das Frauenwahlrecht stark machen, scheint ein großer Etappensieg erreicht.
Die Frage ist, ob dieses Versprechen mehr als nur Augenwischerei ist. Ich bin sicher, der König meint seine Ansage ernst. Doch der Mann ist alt, und ob er bis 2015, zum Zeitpunkt der nächsten Gemeindewahl noch lebt und im Amt ist, sei mal dahin gestellt. Sein voraussichtlicher Nachfolger, Prinz Naif, gehört zu dem konservativen Lager der Sauds, und ob der, wenn er denn bis dahin den Thron besteigt, dieses Versprechen seines Bruders auch umsetzen wird, ist mehr als nur zweifelhaft. Umso wichtiger ist es, dass noch in der Zeit des progressiven Königs Abdallah möglichst viel für die Rechte der Frauen getan wird, damit im Falle eines Machtwechsels die Frauen schon wenigstens in eingen Punkten komfortabel „im Sattel sitzen.“ Oder hinterm Steuer. Das wäre ja auch mal was.

Kleine Ergänzung: Heute findet sich bei Qantara ein sehr gutes Interview zum Thema!

 

Dieser Tage wird bei der UN ein Antrag eingereicht, der Palästina als eigenständigen Staat und volles Mitglied der vereinten Nationen anerkennt.

Es gibt derzeit noch viel Verwirrung darum, was genau beantragt wird, und was passiert, wenn der Antrag scheitert (was aller Voraussicht nach durch ein amerikanisches Veto im Weltsicherheitsrat passieren wird).
Es gibt hier einige spannende und informative Geschichten bei Al Jazeera, von Robert Fisk und in der FAZ. Die will ich jetzt hier nicht zusammen tragen.

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Vor ein paar Wochen hatte ich noch einmal kurz über Manal Al-Sharif geschrieben, und darüber, dass die Aktion „Women 2 Drive“ ins Stocken geraten und die Facebook-Seite von Manal Al-Sharif etwas stiller geworden zu scheint. Und prompt erscheint Manal Al-Sharif in ganz großem Rahmen wieder in der Öffentlichkeit. Im Nachhinein war die zeitweise Verstummung wahrscheinlich dem Ramadan zuzuschreiben, wo die Leute sich eher zurück ziehen, Zeit mit der Familie verbringen, usw.

Jedenfalls – Am Sonntag trat Manal in der saudischen (!) TV-Sendung Eda’at auf, wo sie fast eine Stunde lang dem Moderator Turki Al-Dakheel von der Initiative, von ihrer Verhaftung und ihrer Hoffnung für die Zukunft der Frauen in Saudi Arabien erzählt. Es ist ihr erstes Interview überhaupt.

Das Interview ist zu lang, es hier komplett zu übersetzen, daher hier nur eine kurze Zusammenfassung.

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Zehn Jahre 9/11. Heute in allen Zeitungen und auf allen Radio- und TV-Kanälen zu sehen und hören. Als ich mich vorhin am Haus der Berliner Festspiele für die Lesung der saudischen Schriftstellerin Raja Alem einfand, hatte ich bin dahin ans Datum noch gar nicht gedacht. Als es mir dann beim Blick aufs Programm doch einfällt, folgt der unweigerliche Gedanke, ob die Veranstalter für die Dame aus dem Fernen Königreich diesen bestimmten Termin mit Absicht gewählt haben?

Herrje. Und die Befürchtung, es könne sich gleich bei dem Gespräch nur um dieses Thema drehen … Doppel-Herrje. Dafür bin ich nun wirklich nicht hier!
Aber – ich bin angenehm überrascht – zunächst mal läuft die Veranstaltung angenehm unorientalistisch. Es sind nirgendwo Kamele oder fliegende Teppiche zu sehen, der Moderator (sehr souverän, gut vorbereitet und mit angenehmer Gesprächskultur: Arno Widman von der FR) beginnt die Veranstaltung nicht mit einer 1001-Nacht-Referenz.

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Heute beginnt das Internationale Literaturfestival in Berlin, und es werden unter anderem auch einige sehr interessante arabische Autoren zu Gast sein.

Nicht entgehen lassen sollte man sich auf jeden Fall Rawi Hage, Raja Alem oder natürlich den großen Tahar Ben Jelloun. Außerdem sehr spannend sind Amir Hassan Cheheltan aus Iran, der Iraker Fadhil al-Azzawi und Samuel Shimon, ebenfalls Irak.

Ich werde mich auch bei der einen oder anderen Veranstaltung herumtreiben, vielleicht treffen wir uns ja! Und dann könnt ihr hier demnächst lesen, was so passiert ist bei den Lesungen und Diskussionen!

Vor ungefähr einem Jahr habe ich aus ja mittlerweile bekannter Liebe zur schönsten Stadt der Welt den Film Cairo Time reingezogen. Auf DVD, bei einer Freundin. Der Film war damals noch nicht in Deutschland erschienen, und nach ungefähr einer halben Stunde Film war mir auch klar, dass selbst ich, die sich leidenschaftlich alles einverleibt, was auch nur irgendwie mit arabischem Krimskrams zu tun hat, dass selbst ich nach ebendieser halben Stunde wütend das Kino verlassen hätte.

Nun erscheint der Film doch noch in Deutschland, wie ich eben lese. Wahrscheinlich hat sich im Zuge des ganzen Interesses durch die Revolution doch noch ein Verleih gefunden, der dieses Stück Ramsch hierzulande vermarkten will.

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