Am kommenden Mittwoch, dem 2. November beginnt in Berlin das ALFILM Filmfestival. Eine Woche lange werden ca 70 aus allen Teilen der arabischen Welt gezeigt. Regisseure präsentieren ihre Werke in den Kinos und stehen dem Publikum Rede und Antwort.

Im Hauptprogramm gibt es aktuellen arabischen Film, zum Beispiel den Eröffnungsfilm „18 youm / 18 days“, eine Collage aus 10 Kurzfilmen, die sich mit der ägyptischen Revolution beschäftigt.

Einen meiner Lieblingsfilme, einen fantastischen Politthriller/Drama „Shahrazade, tell me a story“ gibt es auch zu sehen! Den sollte man auf keinen Fall verpassen!

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Am Montag gab es in der Literaturwerkstatt in Prezlauer Berg mal wieder ein paar arabische Dichter und Dichterinnen zu bestaunen. Ich war dort, weil ich einen von ihnen übersetzt habe.

Ich lasse jetzt mal lieber aus, dass die Veranstaltung sich vor allem durch mangelnde Organisation (Dichter rauf auf die Bühne, runter von der Bühne, oder doch wieder drauf? Sitzen bleiben? Stehen? Am Pult? Am Tisch? Wieder runter. Nächster drauf. Reden wir arabisch oder englisch? Kopfhörer werden weiter gegeben. Abgesetzt, aufgesetzt, wieder an der Hand der Organisatorin runter von der Bühne. Wer kommt jetzt dran?) und eine hilflose Moderation ausgezeichnet hat (ich glaube auch keine Minute, dass Moderator Michael Roes ein großer Kenner arabischer Literatur, Kultur und Gesellschaft ist. Nicht bei den Fragen, die er gestellt hat).

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… hat eine Freundin vor ein paar Minuten geschrieben. Ich bin einfach nur entsetzt, verstört und traurig über das, was sich in Kairo gestern ereignet hat. So viele Tote, und wie es aussieht, ist das Militär dafür verantwortlich.

Es wird allerhöchste Zeit, dass der Militärrat unter General Tantawi zurück tritt und für eine ordentlich gewählte Regierung Platz macht, die außerdem endlich das Gesetz zum Ausnahmezustand aufhebt.
Es ist wichtig, dass Ägypten und der Geist der Frühjahrsrevolution weiter frei und im Sinne der Gerechtigkeit bleiben; dass Religion auch weiterhin keine Rolle spielt, wenn es darum geht, dass Menschen ihr Recht bekommen …

In diesem Sinne kann ich heute nicht viel mehr sagen als …

Neben der Präsidentin von Liberia und einer westafrikanischen Aktivistin hat soeben Tawakul Karman, eine jemenitische Aktivistin den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen.

Karman führt seit Jahren im Jemen den Kampf für Frauenrechte, ist Gründerin des Netzwerks Women Journalists without chains und seit Beginn der Demonstrationen für Demokratie und Menschenrechte im Jemen in der ersten Reihe der Proteste dabei. Hier ein guter TIME Magazine Artikel über Tawakul Karman.

Wie wunderbar, dass das Osloer Komitee sich entschieden hat, auch die Demokratiebewegung im Nahen Osten anzuerkennen und stellvertretend eine der aktivsten Kämpferinnen auszuzeichnen. Zumal die Berichterstattung in der internationalen Presse über die Situation im Jemen nahezu vollkommen eingestellt worden ist.

Mehr über Tawakul Karman in Kürze hier.