Je stärker der Druck zu schweigen, je kreativer und lauter die Stimmen. In Syrien produziert der Aktivist Jameel seit November die Fingerpuppenshow „Top Goon“ – Tagebuch eines kleinen Diktators. Hauptfigur ist Beeshu (unschwer zu erkennen, wer hier gemeint sein könnte).

Klassisches Kabarett mit Fingerpuppen als Form des Protests? Warum? „Wir brauchen nicht noch mehr Bilder von blutenden, sterbenden Menschen, wir müssen den Leuten Mut machen. Und wir müssen das Regime der Lächerlichkeit preisgeben.“ Dass die Opfer der Proteste nicht nur Zahlen, sondern Menschen sind, das will er zeigen, weil er selbst schon Freunde verloren hat in den letzten Monaten.

Inzwischen produziert Jameel, der mit dem Projekt „Top Goon“ sein Leben riskiert, seine Clips in der Türkei. „In Syrien ist es schon gefährlich, ein Telefon mit Kamera zu besitzen – geschweige denn ein ganzes Kamerateam.“

Was ich an Berlin unter anderem so mag, ist die Tatsache, dass man vor allem am Wochenende selten weiß, wie und wo ein Abend endet, wenn man irgendwann das Haus verlässt. Mit anderen Worten: Lass dich überraschen!

Gestern war ich auf Anraten von Freunden im Haus der Kulturen der Welt zum Meeting Points 6 Festival of Arab Arts, um unter anderem einer Podiumsdiskussion mit Adania Shibli und Ahdaf Soueif zuzuhören und ein bisschen Kunst zu sehen. Habe ich dann auch gemacht, war toll und spannend – mehr dazu hier demnächst!

Wie das so ist, trifft man dann vor Ort aber Freunde, die dann für den weiteren Abend noch andere spannende Dinge geplant haben. Ich hab mich dann einfach mitnehmen lassen ins HAU 1 zum Tanztheater „Hell on Earth“. „Ich weiß auch nicht so genau, was das ist, aber soll super sein!“, sagt die Freundin, die mich ins Schlepptau nimmt. Ausverkauft – interessiert uns nicht, wir gehen trotzdem und haben Glück! Und ZUM GLÜCK!

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Ein ganzes Jahr mit Umwälzungen in vielen arabischen Ländern ist vergangen! Und ein Jahr West-Östliche Diva auch! Eine Woche, ehe in Ägypten die große ثورة losging, ging die Diva online – und hatte auf einen Schlag schon ganz, ganz viel zu berichten!

Ich freu mich riesig über das positive Feedback und sage Danke! Und freu mich noch viel mehr auf das nächste Jahr! Es wird bestimmt nicht ruhiger werden! In diesem Sinne – Happy Birthday to me!

Was Weihnachtsfeiern für den Dezember, sind Neujahrsveranstaltungen für den Januar. Und als mir die Einladung zum Neujahrsempfang der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ins Haus flattert, merke ich auch gleich auf – das Programm kündigt neben den üblichen Grußworten, Musikdarbietungen und Gutmenschentum auch einen Vortrag von Rachid Al-Ganouchi, dem Vorsitzenden der El-Nahda Partei, die in Tunesien kürzlich mit überwältigender Mehrheit die Wahl gewann und die als islamistische Partei verschrien ist. Ich bin interessiert, melde mich zusammen mit zwei Freundinnen an.

Schon als wir den Ort des Geschehens, den Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt betreten, beschleicht uns ein leicht beklemmendes Gefühl. „Ich fühle mich sehr bürgerlich“, raunt mir meine Begleitung ins Ohr. Viele sehr gediegene Menschen in Anzügen und Hosenanzügen sitzen um uns herum, wir ziehen den Altersdurchschnitt arg nach unten.

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Ein verspätetes frohes neues Jahr euch allen! Und der gute Vorsatz, die Diva wieder lebendiger werden zu lassen! Es ist viel los in Arabistan!

Zum Neuen Jahr hier gleich ein ganz wunderbares Projekt! Der palästinensische Künstler Khaled Jarrar hat mit seinem Projekt „Live and Work in Palestine“ bereits große Erfolge gefeiert. Er entwarf ein symbolisches Wappen für den freien Staat Palästina und reist seither um die Welt und stempelt an den verschiedensten Orten Pässe mit seinem Palästinawappen, das den „Palestine Sunbird“ zeigt.
Bei der diesjährigen Berlin Biennale wird er sein Projekt auch in Deutschland vorstellen und sicher auch Pässe stempeln. Außerdem hat er sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und das Logo auf Briefmarken drucken lassen, die man sich nun über die Berliner Biennale per Mail bestellen kann. Ein Bogen umfasst 20 Marken a 55 Cent (kann man ganz normal verwenden!) und kostet 16,-€
Ich habe meine schon bestellt und bin gespannt auf die Biennale (27.4.-1.7.2012). Werde auf jeden Fall meinen Pass mitnehmen – so einen Palästinastempel bekommt man ja nicht alle Tage!!