Dies ist die Geschichte, wie ich einmal mit 25 Nazis nach Budapest und wieder zurück flog. Have a pleasant flight. 

Sie fallen schon am Gate auf, an diesem sonnigen Wintermorgen am Hamburger Flughafen. Circa 25 Männer, alle so zwischen 20 und 50, die meisten von ihnen mit kahl geschorenem Kopf, andere mit schnittiger HJ-Frisur, die inzwischen auch die Hipster für sich entdeckt haben, Tattoos auf den Armen, lugen aus den Ausschnitten ihrer Pullover hervor, kriechen die rasierten Nacken hoch, zieren die klobigen Knöchel der Hände. Runen, Blitze, 88, Dreispitze, Keltenkreuze. Sie tragen Carmouflage, einige von ihnen Springerstiefel, die obligatorischen Thor Steinar Pullis, die meisten schleppen dicke Siegelringe an den Fingern. Subtil ist anders. Sie gehören nicht alle zusammen, soweit ich das beobachten kann, schön ans äußere Ende meiner Sitzreihe gequetscht, mit meinem Buch und meinem Unwohlsein. Es sind kleinere und größere Grüppchen, mal zu zweit, mal zu viert, teilweise auch Paare. Ja, auch Frauen. 

Es sind zu viele, als dass das ein Zufall sein könnte. Auch, weil sie so eindeutig nicht zusammen gehören. Außer, dass sie zusammen gehören, mit ihren Codes und ihrem Menschenhass. Ich schaue die anderen Passagiere an, die zusammen mit mir und unseren tätowierten Freunden darauf warten, den Flieger nach Budapest zu besteigen. Einige scheinen von den illustren Mitreisenden gar keine Notiz zu nehmen, andere beäugen sie leicht angewidert und schauen dann auf den Boden. Was mag da los sein, und warum wollen die Nazis heute alle nach Budapest?

Im Flieger wird es dann ziemlich eng, nicht nur wegen der ziemlich vollen Maschine. Die Männer sitzen nicht alle zusammen, auch die, die gemeinsam reisen, sind verteilt über das gesamte Flugzeug und kaum dass die Anschnallzeichen erloschen sind, kommen zwei von ihnen in die Mitte, gesellen sich zu ihren Kumpels, die eine Reihe vor mir sitzen. Ich versuche weiter, mich auf mein Buch zu konzentrieren, aber die körperliche Präsenz des Typen mit dem ziemlich schlecht übertätowierten Hakenkreuz im Nacken, keine 2 Meter vor mir, macht es mir ziemlich schwer, mich mit Literatur zu beschäftigen. Also lausche ich. Es wird der Kurs von Euro zum Forint diskutiert, Bierpreise, und wie billig man Fleischplatten essen kann in Ungarn. Nebenbei immer wieder Sprüche wie „Mit Vorwärts kennen wir uns ja aus“. Lautes Gelächter. „Hast du gesehen, Merkel, und ihre Scheiße mit der bunten Gesellschaft!“ Lautes Gegröle. Subtil ist anders. 

In Budapest trennen sich unsere Wege zum Glück dann schnell. Trotzdem bleibt die Frage, was die wohl alle hier wollen, an diesem Wochenende. 
Am Abend treffe ich Freunde. Die aus der bunten Gesellschaft – zwei Brasilianer aus Berlin, einen Schweden aus Österreich, und zusammen besuchen wir eine ungarische Freundin. Dort erzähle ich dann von der komischen Fracht meines Eurowings Fluges. Der Gastgeberin geht sofort ein Licht auf. „Ah, warte mal“, sagt sie, und googlet. „Ah, tatsächlich!“ Und so werden wir alle aufgeklärt: Am 11. Februar begehen die Nazis in Ungarn den sogenannten „Tag der Ehre“ (Ja, genau. Igitt). So wie andere zum Hurricane oder zum Melt pilgern, pilgern Nazis aus ganz Europa nach Budapest und feiern alte Nazis mit neuen Nazis für ihr Nazitum. „Igitt“, sage ich immer wieder. Der österreichische Schwede hält eine flammende Rede auf die Demokratie, und dass Schweden da ja unvergleichlich sei. Der Brasilianer widerspricht, ich erzähle vom neuen deutschen Heimatministerium, und so vergeht der Abend, mit Wein und gutem Essen und irgendwann habe ich die Nazis auch vergessen. 

Am nächsten Tag spazieren wir alle zusammen durch die Stadt. Politik bleibt auch an diesem Tag Thema Nummer eins, unsere ungarische Gastgeberin zeigt uns die breit über die Stadt gepflasterte Anti- George Soros-Kampagne, und ein ziemlich übles Denkmal, mitten in der Stadt. Irgendwie sind doch alle verrückt geworden in Europa. 

Als wir am späten Nachmittag vom Burgpalast wieder hinunter in Richtung Stadt schlendern, hören wir sie dann wieder. Laute Sprechchöre durch Megaphone, überall Polizeiwagen und die passenden Polizisten. Auf einer Brücke über uns hat sich eine kleine Antifa-Gruppe positioniert, lässt Fahnen wehen und skandiert eigene Sprechchöre. Als wir unter der Brücke hindurch laufen, fallen wir quasi direkt in sie hinein – meine „Freunde“ aus dem Flugzeug, die inzwischen noch andere Freunde getroffen haben – man hört Italienisch, Deutsch, Polnisch und auch Schwedisch. Die Präsenz ist – obgleich die Gruppe eher zerstreut wirkt – erdrückend. Glatzen, Springerstiefel und höhnisches Gelächter, Mittelfinger in Richtung Antifa und Polizei, einige singen irgendwas, und ich möchte am liebsten auf die Straße kotzen.  

 

An dem Nachmittag dauert es eine Weile, bis ich mich wieder erholt habe von der Begegnung. Zum Glück steht für uns ein Besuch in einem Jazzclub an, wir sehen ein absolut fantastisches Konzert und ich weiß wieder, warum Kunst so heilsam ist. 

Meine letzte Befürchtung nun – ob die Glatzen wohl alle am Montag auch wieder mit mir zurück nach Hamburg fliegen … Und ja, natürlich sind sie auch am Montag wieder da. Der Flieger ist diesmal kaum halb voll, weshalb sie diesmal noch mehr auffallen als vorher. Die Grüppchen, die sich noch am Freitag in Hamburg nicht kannten, grüßen sich jetzt freundlich, sitzen zusammen, tauschen Geschichten aus. Man zeigt sich, was man alles Schöne gekauft hat – neue Siegelringe, neue T-Shirts mit eindeutigen Zeichen, einer hat sogar einen Stahlhelm in einer Souveniertüte dabei. So sieht also Nazitourismus aus. Schon ziemlich verrückt, dass sie sich wohl stark genug fühlen, sich nicht einmal mehr verstecken zu müssen.

 

Ein letztes Stoßgebet – „Bitte, mach, dass ich nicht auch noch neben so einem sitzen muss im Flieger“, das Pärchen hinter mir in der Schlange fragt mich, ob ich auch auf dem Hinflug schon das Vergnügen hatte, ja, wir seufzen uns gegenseitig zu, bestätigen uns in unserem Ekel. 

Meine Verbindung zur göttlichen Abteilung scheint durch die fiese braune Energie gestört zu sein, neben mir – zum Glück mit einem leeren Platz dazwischen, sitzt ein glatzköpfiger Schrank und ich klopfe mir nach 100 Minuten Flug innerlich für meine Selbstbeherrschung auf die Schulter, dass ich ihm nicht auf den Schoß gekotzt habe. Stattdessen habe ich aus dem Fenster gestarrt und das Hörbuch zu „Why I’m no longer talking to white people about race“ von Reni Eddo Lodge gehört. Schien mir irgendwie passend.

Beim Verlassen des Terminals in Hamburg spreche ich dann noch schnell die Zollbeamtin an, sage, dass da so eine Gruppe mit im Flieger war, die sich ziemlich eindeutig verfassungsfeindlich und volksverhetzend geäußert haben, die kämen gleich hier auch vorbei, vielleicht wolle sie sich die mal näher anschauen. Ob sie’s getan hat, weiß ich nicht, ich muss raus, eine Zigarette rauchen.

In der S-Bahn nach Hause schließlich entspanne ich mich zum ersten Mal. Mir gegenüber sitzt ein ägyptisches Pärchen, neben mir eine Frau aus Indonesien, die Bahn ist voll mit Menschen aller Hautfarben, viele Sprachen werden gesprochen. Ich kann endlich wieder atmen. Normale Welt. Da kommt mir ein Gedanke – so, wie ich mich in dieser Nazi-Airline gefühlt habe, fühlen diese erbärmlichen Typen sich wahrscheinlich jeden Tag in der S-Bahn, und plötzlich habe ich fast ein kleines Bisschen Mitleid mit ihnen. Aber nur fast, und auch nur ein bisschen. 

Trotzdem bin ich ausnahmsweise mal froh, am Nachmittag in meinem friedlich-gentrifizierten Viertel anzukommen, wo die Sonne lacht und ich mir nun ein Curry und ein paar Samosas beim Inder meines Vertrauens bestellen werde. 

Bald ist es soweit, Bundestagswahl. Aber keine Angst, die Welt wird sich auch am Montag noch weiter drehen. 

In einer Woche wählen wir. Aller Wahrscheinlichkeit wird Angela Merkel noch einmal Kanzlerin, ein bisschen fühlt es sich an wie Bundesliga in den letzten Jahren, man schaut vielmehr auf die Champions League-Plätze, Meister wird ja sowieso Bayern.

Und genau da geht’s schon los. Die AfD steigt in die Champions League auf. Aktuelle Umfragen sehen die gut beanzugten Nazis als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen, und ich gebe zu, jedesmal, wenn ich darüber nachdenke, möchte ich kotzen. 

Seit Wochen geht es in sämtlichen Medien gefühlt nur noch darum – um das Sich-distanzieren, um das vermeintliche Demontieren, ums Anfeuern und Zurückfeuern mit den fröhlichen Rechten. Mann, Mann, Mann, die feiern bestimmt täglich mit viel Schampus, so viel Aufmerksamkeit, wie die im Moment bekommen. Wenn sie bis vor Kurzem noch zumindest unter 10 Prozent lagen – spätestens seit der kostenlosen breit aufgestellten Medienkampagne fühlt sich auch der letzte unentschlossene, verrostete Rückwärtsgewandte auch ermutigt, bei Goebbels, äh, Gauland sein Kreuz zu machen. Immerhin sind die jetzt richtiger Mainstream, das Dschungelcamp, GNTM oder Nickleback unter den Parteien. 

Egal. Wir können das jetzt nicht mehr verhindern. Es wird passieren, alle werden nächsten Sonntag den Atem anhalten, dann am Abend betroffen gucken, sagen, man „habe das so nicht kommen sehen“, man „müsse die Situation jetzt analysieren“, „sehen, wo die Ziele verfehlt wurden“, aber auch „die Leistung der Mannschaft anerkennen“. Alles wie in der Bundesliga. 

Was wir jetzt alle tun sollten – uns mit dem Gedanken abfinden, dass mindestens 12 Prozent in unserem reichen, satten, wohlständigen, freien Land kein Problem damit haben, eine Partei zu wählen, die offen verfassungsfeindlich agiert und Volksverhetzung betreibt. Und dann sollten wir alle Mittel und Wege finden, die anderen Parteien, unseren Rechtsstaat und uns gegenseitig zu stärken und dabei zu unterstützen, dass wir nicht immer weiter in die braune Spirale rutschen. Wir können uns engagieren, auch und vor allem außerhalb der beschränkten Welt eines Displays oder Bildschirms und in sozialen Medien. Vielleicht mal in der echten Welt mit anpacken. Freiheit ist was, wofür es sich einzusetzen lohnt, sag ich mal. 

Ich selbst habe schon gewählt; was oder wen, verrate ich nicht, aber ich hab brav meine Briefwahl abgeschickt, denn ich sitze grad in der neusten Oligarchie rum, im Trump-Land, und ehrlich: sogar hier ist die Welt noch schön, trotz Apokalypse, und die Menschen – zumindest die, mit denen ich bisher so gesprochen habe – verarbeiten zwar ihren Schock noch, aber sind schon mit bewundernswerter Energie wieder dabei, nach vorn zu schauen und zu gehen. Vielleicht schaffen wir das ja auch. 

Also – auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich schon feststeht, Champions League inklusive, geht alle am Sonntag wählen, macht euer Kreuz nicht bei den Anzugnazis und dann schauen wir weiter, Kotztüte und Aspirin in der Hand! 

 

 

Unser Innenminister hat sich vergangene Woche mal wieder mit dem Thema „Leitkultur“ in die Öffentlichkeit gestellt und zum Glück wurde das im Großen und Ganzen mit Spott und Ablehnung beantwortet.

Ihr fragt mich, hier und im echten Leben, immer wieder: „Aber was ist sie denn, die Leitkultur? Und brauchen wir die nicht zur erfolgreichen Integration? Und was ist denn nun typisch Deutsch? Bist Du Deutsche oder Araberin? Sag doch mal, was man tun muss, damit Integration gelingt!“

Auf Letzteres habe ich schlicht keine Antwort. Und das Wort „Leitkultur“ finde ich, wie die meisten anderen, die in den letzten Tagen dazu Stellung bezogen haben, ziemlich widerlich, weil es einfach einen gewissen Nazi-Geruch verströmt. Das ewige Leiden und Ringen um eine sogenannte Leitkultur finde ich eher peinlich und überflüssig. Wer will sich denn anmaßen zu bestimmen, was zu diesem Land gehört und was nicht? 

Was mich persönlich angeht und die Frage, was ich denn nun bin, oder wer, und welche Rolle eine „Leitkultur“ in meinem Leben spielt, dazu kann ich nur Folgendes sagen:

Ich bin Tochter meiner Eltern, die mir beigebracht haben, meinen Verstand einzusetzen und auf mein Herz zu hören. Ich bin Nachfahrin einer Familie, die aus Moslems und katholischen und evangelischen Christen besteht, die aus Pakistan, Saudi Arabien, Schlesien und dem Ruhrgebiet stammen. Ich bin Tochter des Meeres, und bin zu Hause da, wo ganz viel Wasser ist. Ich bin Tochter der Wüste und mein Herz geht auf, wenn die Sonne scheint und dabei ein lauter Gebetsruf über eine große, versmogte Stadt hallt. Ich bin Tochter des Nordens, und mein Herz geht auf, wenn ein rauer Wind über die Elbe weht und ich am Hafen Schiffe zählen kann. Ich bin Tochter des tiefen Westens, wo die Sonne verstaubt

Ich bin Tochter von Astrid Lindgren und Naguib Mahfouz, von Thomas Mann und Virginia Woolf. Ich lebe in den Wuthering Heights und schicke Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Ich bin Tochter von Udo Jürgens, David Bowie und Fairouz, die tanzen kann, egal, welcher Rhythmus spielt. 

Ich bin Tochter einer Gesellschaft, die einem Arbeiterkind mit Migrationshintergrund ermöglicht hat, all das zu sein, zu schreiben und zu erzählen. 

Und wenn andere auch all das sein dürfen sollen, ohne etwas ablehnen oder ablegen zu müssen, dann gebt ihnen Bildung, gebt ihnen Chancen. Nicht Zäune, nicht Ausgrenzung, nicht Leitkultur. 

 

„Weil wir längst woanders sind“ – Best of 2016 . Danke an alle, die dieses Jahr dabei waren! Es war wirklich wunderbar.

 

Best of 2016

Best of 2016

Wie die meisten Menschen, die alt genug dafür sind, erinnere ich mich noch sehr genau daran, wie und wo und mit wem ich den 11. September 2001, also 9/11 erlebt habe.

Ich war 22, verbrachte den Sommer mit einigen Freunden in Spanien. Als wir am Abend vom Strand kamen und aus Gewohnheit den Fernseher anschalteten, waren sie da – die Bilder der brennenden, rauchenden Türme, Flugzeuge, spanische Nachrichtensprecher, die viel zu schnell redeten, als dass wir etwas hätten verstehen können. Ich weiß noch genau, dass ich wie versteinert da stand, versuchte, mit meinem alten Nokia Handy eine SMS an meinen Bruder in Deutschland zu schreiben und zu fragen, was da los sei. Ich war völlig fassungslos. Ein Freund aus unserer Reisegruppe schien weniger geschockt, weniger fassungslos als wir anderen. Er saß auf dem Sofa, schaute auf den Fernseher, lachte ziemlich laut und sagte dann so etwas wie: „Jedem das, was er verdient.“

Damals fand ich das schrecklich und zynisch. Ich verstand diese Abgeklärtheit nicht. Heute denke ich oft an diesen Tag und an diese Reaktion. Diesen Satz, „jedem das, was er verdient“. Inzwischen haben wir zahllose Terroranschläge erlebt, Kriege und politische Super GAUs. Ist das denn wirklich das, was wir verdienen? Hatte er wirklich recht, der Freund, damals?

Als ich heute Morgen in einem Hotel irgendwo in Bayern wach wurde und erfuhr, wie sich Amerika entschieden hatte, hatte ich zunächst – wie vermutlich wir alle – gehofft, ich sei noch nicht ganz wach, sei noch in einem bösen Traum gefangen. Dann, als klar war, ich war wach und es ist die gruselige Wahrheit, kam mir sofort wieder dieser Freund von damals, kam mir sofort wieder 9/11 in den Sinn. Wieder dieses Gefühl von Ohnmacht, Nichtverstehen. Aber diesmal kommt noch etwas hinzu. Das Gefühl von Einsamkeit. Da sitze ich in unserem kleinen neuen Utopia – wer hätte es gedacht, am Jahrestag der Reichskristallnacht fühlt sich Deutschland 2016 plötzlich an wie ein kleines, noch halbwegs heiles Paradies zwischen den Großwesiren Putin und Erdogan, zwischen den Nachwuchsdiktatoren Le Pen, Orban, Hofer, Wilders und der Brexitnation –  und  habe ernsthaft Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor der Bundestagswahl 2017.

Alles scheint plötzlich möglich, die schweigende Masse, die immer nur an ihren Stammtischen geblieben ist, geht nun wählen. Und entscheidet sich gegen alles, was ich und viele andere so felsenfest glauben, verteidigen und für richtig halten. Weil es scheinbar nicht für sie funktioniert. Wie soll das weiter gehen, wo sollen wir von hier aus hin?

Ich texte mit einem guten Freund in Hamburg, wir schreiben uns von unserer Angst, von unserer Fassungslosigkeit. „Haben wir das wirklich verdient?“, fragen wir uns.

Vielleicht. Vielleicht haben wir zu lange gelacht über die Idee eines Präsident Trump. Vielleicht haben wir nur unzulänglich und zu langsam Zusammenhänge sehen wollen. Vielleicht geht es uns zu gut und unsere Moralhoheit ist zu gemütlich. Vielleicht – nein, nicht vielleicht – ganz sicher haben wir zu lange still gehalten, haben zu wenig getan.

„Jetzt müssen wir aber wirklich was machen. Ich weiß nicht, was, aber irgendwas müssen wir uns einfallen lassen“, schreibe ich schließlich nach einigen Stunden, in denen der Schock etwas sacken konnte. „Für deine Tochter“, schreibe ich. „Wir wollen doch in ein paar Monaten nicht aufwachen und die Petry ist Kanzlerin!“

Und genau das sollten wir – will ich nun auch. Heute noch, heute verarbeite ich diesen Schock, trauere ein bisschen um all die Werte, das Weltbild, das so tief in mir verwurzelt ist. Aber ab morgen muss etwas anders werden. Wir müssen uns irgendwie organisieren, informieren, verbinden – diese Katastrophe, die da so damoklesschwertig über uns hängt, die muss verhindert werden. Wir alle, alle, alle sind verantwortlich!

Wie das gehen soll, das weiß ich nicht – „Mit einer Schreibmaschine die Katastrophe abwenden wollen“, wie Erich Kästner über Kurt Tucholsky gesagt hat, das scheint naiv. Aber ich kann ja auch nichts anderes. Irgendetwas werde ich mir, werden wir uns überlegen, irgendwas muss man ja tun können. Und ich will einfach nicht nichts tun – weil ich nicht zu denen gehört haben will, die es verdienen, am Ende.

kurt-tucholsky

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge „Migrationstango mit Rasha Khayat“.

Ich bin mal wieder auf Lesetour. In einer norddeutschen Kleinstadt, in der Stadtbücherei, an einem Samstag Nachmittag. In der Stadt sind die Bürgersteige hochgeklappt, irgendwas zwischen Ruhe und Beklemmung beschleicht den Besucher aus dem benachbarten Hamburg. Die Gastgeberinnen sind freundliche weiße Damen mittelalten Semesters, ebenso wie das Publikum, eigentlich alles wie immer.

In der hinteren Ecke der Bücherei sehe ich eine junge Frau mit Kopftuch und mit einem Akkordeon in der Hand und denke sofort: „Oh, bitte nicht!“ Nicht, weil ich etwas gegen kopftuchtragende Akkordeonspielerinnen hätte, im Gegenteil. Mir schwant nur, dass es sich bei der jungen Frau mal wieder um einen „Vorzeigeflüchtling“ handelt, wie sie in letzter Zeit häufiger bei meinen Lesungen angeschleppt wurden.

Ich spreche die junge Frau zunächst auf Deutsch an: „Hey, machst du hier gleich Musik?“, sie entschuldigt sich auf Arabisch, dass sie erst seit 4 Monaten in Deutschland ist und noch kaum Deutsch spricht. Wir setzen uns abseits auf einen Tisch und unterhalten uns auf Arabisch. Sie heißt Haifa, ist 31 Jahre alt, kommt natürlich aus Syrien und wurde von einer der Gastgeberinnen gebeten, in der Pause der Veranstaltung Musik zu machen. „Keine Ahnung“, sagt sie, „ich hab das Akkordeon bekommen und soll jetzt gleich was spielen. Ich kann überhaupt keine Lieder für’s Akkordeon, aber was soll’s.“ Wir lachen beide und tauschen Telefonnummern aus. „Ich komm mal zu dir nach Hamburg und koche dir Molokhiyya“, sagt sie.

Im Foyer der Bücherei wird ein großes Büffet mit arabischen Keksen, Börek und ein Samowar aufgebaut. „Interkulturelle Lesung mit Rasha Khayat“ heißt es auf dem Plakat, und am liebsten möchte ich hinlaufen, durchstreichen und „Orientalistische Lesung“ schreiben.

Die Gastgeber bitten mich nach vorn und das Publikum zur Ruhe, Begrüßungsworte werden gesprochen. Und dann wird Haifa nach vorn gezerrt. Mit eisernem Griff um die Schulter drückt die patente 80er-Jahre-bewegte Sozialarbeiterin Haifa an sich und erklärt ausgesprochen laut, was gleich passiert: „Das ist Haifa!“ (Natürlich hat Haifa keinen Nachnamen. Warum auch) „Haifa kommt aus Syrien.“ (Kurze dramatische Atempause) „Sie ist auch geflüchtet!“ (Was für ein Triumph für die Sozialarbeiterin! Eine Flüchtlingin hat sie mitgebracht!) „Natürlich ist die Verständigung noch etwas schwer.“ (Ach … Aber wenn Haifa weiter so laut angebrüllt wird, dann versteht sie bestimmt bald alles!) „Aber sie ist in einem meiner Deutschkurse für Frauen und aus ihrer Biographie habe ich erfahren, dass sie in Syrien Musiklehrerin war. Da habe ich gleich gedacht, das merke ich mir für die nächste Veranstaltung!“ (Genau! Gib ihr auch noch ein paar Orangen zum Jonglieren, lass das Flüchtlingsmädchen tanzen wie ein Zirkusäffchen!) „Haifa wird nachher in der Pause für uns ein paar Lieder aus ihrer Heimat spielen, dazu gibt es dann vorne arabischen Tee und Gebäck!“ Haifa lässt das alles bewundernswert stoisch über sich ergehen und wirft mir nur ab und zu mal vielsagende Blicke zu.

Ich lese dann zunächst einmal eine Stelle aus meinem Roman vor, wo der arabische Junge von der Lehrerin vor seine neue Klasse gestellt und mit seinem arabischen Vater sehr laut gesprochen wird. Ob’s irgendwer bemerkt hat?! Während ich lese, rauscht im Hintergrund der Samowar und ich fühle, wie sich alle auf die Kekse freuen.

In der Pause springen dann wirklich alle auf und Haifa sitzt allein mit ihrem Akkordeon auf der Bühne vor leeren Stühlen und quetscht stoisch auf das Akkordeon ein, während sich die weißen Wohlwollenden an den orientalischen Keksen laben. Was genau Haifa spielt, kann ich nicht erkennen, schnappe aber neben mir den ausgesprochen empörten Kommentar der Sozialarbeiterin auf: „Das ist ja europäische Musik!! Das sind ja gar keine syrischen Lieder!“ Wie auf Kommando spielt Haifa dann auch noch Jingle Bells, einen Halbton zu tief.

Jetzt muss eigentlich nur noch Bill Murray durch die Tür kommen und das Szenario wäre perfekt. Man kann sich sowas echt nicht ausdenken, auch wenn man’s noch so sehr versuchte … Und nein, das ist keine Ausnahme, kein absurder Einzelfall …

Eine gute Freundin kommentiert die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Bodo Kirchhoff vor ein paar Tagen so: „Kann es sein, dass Bodo Kirchhoffs nun preisgekrönter Roman um weiße, hochgebildete Westeuropäer geht, deren existientielle Ödnis von einem stummen braunen Flüchtlingskind geheilt wird?“

Ob das wirklich der Fall ist, weiß ich nicht, ich hab das Buch nicht gelesen, werde es auch nicht lesen. Aber ehrlich gesagt könnte dieser Satz meiner Freundin auch das Fazit der Geschichte von Haifa und dem Samowar sein.

what-is-orientalism

… ist kein echtes Wort, hat mein Lektor damals gesagt, als wir an meinem Roman gearbeitet haben, und wollte mich überzeugen, das Wort zu streichen, zu ersetzen.

Habe ich nicht gemacht, ich habe drauf bestanden, dass, wenn man im Englischen so etwas Schönes wie „Displacement“ sagen darf, muss das Deutsche auch so ein Wort bekommen. Es ist ein Wort für’s 21. Jahrhundert. Und wenn’s irgendwann in den Duden aufgenommen wird – denkt dran, ich hab’s erfunden 😉

Und mal wieder drüber geschrieben, also die Entortung. Diesmal für „Art and Thought“, das Magazin des Goethe Instituts, für die Ausgabe – na? – „Displacement“. Den Essay kann man hier auf Deutsch, Englisch oder Arabisch nachlesen. Oder auf das Bild klicken und zum gesamten E-Paper gelangen. Viel Spaß!

Displacement

Displacement

 

… und irgendwie nichts mehr in Ordnung ist. So wie heute. Und man dann begreifen muss. Begreifen, dass man die Welt nicht mehr versteht, in der man lebt.

Heute Nacht hat es in Hamburg schwer gewittert. Richtig laut war es, direkt über meinem Haus, es hat geknallt, grell geblitzt, wie aus Eimern geschüttet, fast zwei Stunden lang, zwischen halb 3 und halb 5 morgens. Apokalypse, denke ich.

Ohne zynisch oder esoterisch werden zu wollen – aber das muss doch ein Zeichen gewesen sein, heute Nacht. Ein Sturm über Europa. Wer hat denn damit gerechnet, dass das wirklich passieren kann? Dass eine doch so deutliche Mehrheit der Briten sich gegen Europa entscheiden? Ich persönlich jedenfalls nicht. Dass es knapp wird, okay, geschenkt. Aber am Ende muss doch der gesunde Menschenverstand siegen, hatte ich gehofft.

Und nun ist es Realität, und ich weiß selbst nicht, warum mich das so tief trifft. Ich bin kein Ökonom, ich habe von Wirtschaft oder europäischer Bürokratie keine nennenswerte Ahnung. Was genau dieses Referendum für unsere Märkte, Börsen, Handel bedeutet – Kein Plan.

Ich weiß nur eins: Mich macht diese Nachricht unendlich traurig, besorgt und wütend. Und nicht nur, weil England meine erste große Liebe war, was Auslandserfahrungen angeht, weil ich Literatur (Austen! Bronte! Harry Potter!), Kunst und vor allem Musik (Bowie!) von der Insel so wahnsinnig schätze und immer als Bereicherung begriffen habe.

Wie kann es denn sein, dass Menschen, denen es so gut geht, die alles haben, was man sich wünschen kann – Wohlstand, Sicherheit, Freiheit – sich so verblenden lassen, so kurzsichtig entscheiden, sich von grauenvollen Populisten den gesunden Menschenverstand vernebeln lassen wie die Kinder vom Rattenfänger von Hameln. Das darf doch alles nicht wahr sein …

Ist denn differenziertes Denken mittlerweile so out, weil so schwer und anstrengend, dass man guten Gewissens die Zukunft ganzer Generationen aufs Spiel setzt? Ich könnte echt ausrasten.

Ich sage es immer und immer und immer wieder – solange bis mich jemand hört: Leute, wir haben ALLES in diesem schönen Europa! Dass wir nicht den ganzen Tag Feuerwerke abbrennen, weil Europa so ein geniales Konzept ist und uns so viel ermöglicht – Gegenwart, Zukunft, so Kleinigkeiten halt – das erklärt mir mal!! Klar, es gibt immer und überall Dinge, die man verbessern kann. Aber dann lasst uns das auch machen!! Lasst uns in die Hände spucken und loslegen – wir können dieses schöne Europa mit all seinen Freiheiten und Möglichkeiten doch nicht ein paar engstirnigen, geistig zurück gebliebenen Menschenfeinden überlassen!

Ich habe heute noch mehr Angst vor der nächsten Bundestagswahl als zum Beispiel letzte Woche. Bitte, bitte, bitte baut keinen Scheiß da draußen! Wacht auf! Packt an! Nicht nur auf Facebook oder sonstwo im Internet! Draußen auf der Straße, in der Bildung, in Gruppen, in der Kunst. Den Menschen zeigen, was es wirklich bedeutet, dass unser Gesetz so wunderbare Dinge festlegt wie: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Wenn doch eins klar geworden ist gestern, dann dass wir, die wir an diese Idee von Europa glauben, die wir an Recht und Menschlichkeit und Freiheit und Offenheit glauben, genauso leidenschaftlich in Erscheinung treten müssen wie diese rechten Marktschreier.

Was besseres als die Worte von Astrid Lindgren fällt mir dazu nicht ein – die wusste sowieso am besten, wie es geht. In diesem Sinne …

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Astrid Lindgren

Am Sonntag hatte ich die Ehre und das wahnsinnig große Vergnügen, bei 1Live Klubbing zur Radiolesung eingeladen gewesen zu sein. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, das Gespräch, die Lesung, das Publikum.

Deshalb teile ich es hier gern mit euch. Wer möchte, kann auf das Bild klicken, gelangt dann in die Mediathek und kann sich die komplette Sendung im Podcast anhören. Es war ein echtes Fest! Danke Einslive, danke Mike Litt!

Einslive Klubbing

Einslive Klubbing

 

Meine Oma pflegte immer zu sagen: „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Stammt eigentlich von Matthias Claudius, aber egal. Lesereisen sind, so kommt’s mir derzeit vor, nochmal ein besonderer Fundus für zukünftige Erzählungen…

Der Mensch ist ein komisches Tier. Ein Tier, das gern viel sagt, wenn der Tag lang ist, und zu allem und jedem eine Meinung hat. Und natürlich meistens die richtige. Wenn ich zum Beispiel mit meinen Jungsfreunden Bundesliga gucke, und ja, es ist ein Klischee – ist jeder von ihnen der bessere Trainer, der bessere Schiri, der bessere Spieler. Glasklar, mit uns auf dem Platz hätte das keine 4:0-Klatsche gegeben. Und das, obwohl wir alle Ende 30 sind und schon kurzatmig werden, wenn wir nur die Einkaufstüten in den vierten Stock schleppen. Aber egal, wen kümmern schon Fakten. Hauptsache, wir wissen es besser. Einbildung ist auch ’ne Bildung, um nochmal meine Oma zu zitieren.

Seit einer Woche bin ich auf Lesetour mit meinem Roman. Nach einigen wirklich schönen Festivals sind dies nun die ersten 1:1-Erfahrungen mit Lesern, die nur meinetwegen kommen und zuhören. Mal ganz abgesehen davon, dass es tierisch Spaß macht und ich mir noch letztes Jahr um diese Zeit nicht mal im Traum hätte ausmalen können, dass ich vor 140 Leuten im Frankfurter Literaturhaus lese, kommen nun auch die alten Zweifel hoch. Da hab ich also einen Roman über Saudi Arabien geschrieben, über’s Deplatziertsein und das Aufwachsen zwischen zwei sehr gegensätzlichen Kulturen. Ich wusste immer sehr genau, was ich da erzählen möchte und wie. Und mir war klar, das wird nicht jedem gefallen. Das ist auch völlig okay. Und dass man mit Fragen und Unverständnis rechnen muss, wenn man eine rein private Geschichte über ein so überpolitisiertes und negativ überrepräsentiertes Land schreibt, war irgendwie auch klar.
Umso mehr hat’s mich überrascht und gefreut, dass ich seit der Veröffentlichung so viele Zuschriften bekommen habe von Lesern (vornehmlich welche mit Migrationsvordergrund, sollte ich sagen), die in diesem Buch etwas finden, was sie anspricht, womit sie etwas anfangen können. Das hat mich wahnsinnig gefreut! Und freut mich auch immer noch – schreibt mir gern weiter!

Nun aber also – war klar, dass das irgendwann auch passiert – die ersten Begegnungen mit Lesern, die es eben nicht verstehen. Die glauben, es viel besser zu wissen, die ein anderes Buch erzählt haben wollen. Eines, das ihre Vorurteile spiegelt, das von geprügelten Frauen und brutalen Männern erzählt, von der Übermacht der Diktatur und das den Islam verteufelt. Tja, all das sucht man in Weil wir längst woanders sind vergeblich – sorry!

Bei einer Lesung letztens sagte eine Dame älteren Semesters und dem Anschein nach auch ohne sichtbaren Migrationsvordergrund: „Aber diese Ehe, von der Sie da erzählen, die muss ja am Ende sowieso scheitern.“

„Interessant“, sagte ich. „Wie kommen Sie zu dieser Annahme? Nicht einmal ich weiß, wie es Layla in ein paar Jahren ergehen wird …“

„Ja, das ist doch völlig klar“; sagte die Dame. „In so einem Land kann doch so eine Frau nicht glücklich werden.“

„Und das wissen Sie, weil Sie so viel Zeit in Saudi Arabien verbracht haben?“, gab ich zurück.

„Nein, aber man liest ja so einiges.“

Tadaa – Alles, was in meinem Buch über die deutschen Vorurteile den Arabern gegenüber steht, hat diese Dame mir in 2 Minuten bestätigt – und merkt es nicht einmal. Sie insistiert weiter und wirft sich echauffiert in ihrem Stuhl zurück und schüttelt mit dem Kopf. Ich schüttle auch den Kopf und zucke mit den Schultern. Es tut mir aufrichtig leid, dass ich nicht das Buch geschrieben habe, das diese Dame und vielleicht auch einige andere gern gelesen hätten. Komischerweise fasse ich das nicht als Scheitern auf, sondern vielmehr als Erfolg – denn ich habe genau das Buch geschrieben, das ich schreiben wollte, und mit solchen Reaktionen fühle ich mich sehr bestätigt. Warum sind es immer diejenigen, die noch nie in ihrem Leben mit der arabischen Kultur in Berührung gekommen sind, die immer alles besser wissen? Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, wie meine Jungs die besseren Fußballtrainer wären – Wunschdenken!

Ich möchte nicht auf Grund meiner vermeintlichen Authentizität ob meiner Herkunft behaupten, ich hätte die Weisheit bezüglich Saudi Arabien mit dem Löffel gefressen. Dafür muss man nur ein paar Einträge hier im Blog lesen. Und so ratlos mich dieses Land auch immer wieder macht – für mich bedeutet es eben auch etwas anderes, und meine Wahrnehmung ist eine andere als die, die hierzulande durch’s Internet geprägt ist. Und das Buch ist ein Angebot, sich meiner Sicht auf diese Welt zu öffnen.

Wenn jemand handwerklich oder ästhetisch etwas auszusetzen hat an meinem Text, ist das natürlich völlig in Ordnung. Es ist mein erstes Buch, ich habe sehr viel Mühe und Arbeit investiert, um die richtige Stimme zu finden. Ich werde lernen, keine Frage, und das nächste und das übernächste Buch werden sicher anders und Resultat dieses Lernprozesses sein. Aber was ich inhaltlich erzähle, das müsst ihr schon mir überlassen, ob es euch gefällt oder nicht.

Und überhaupt – es geht ja gar nicht in erster Linie um Saudi Arabien, sondern um das Leben als buntes Mischwerk und all die Freuden und Tränen, die das so mit sich bringt. Und wenn mir dann Menschen persönlich schreiben, sie hätten sich wieder gefunden, sich bei Lesungen für das Buch, für die Geschichte bedanken oder selbst so herzzerreißend über dieses Buch berichten, auch dann fühle ich mich verstanden – von denen, die so sind wie ich, die Brüche in sich fühlen, die man nur schwer erklären kann. Und dafür bin ich dankbar. Und die anderen, die Besserwisser – die sind zum Glück bislang noch weit in der Unterzahl, und auch für die bin ich dankbar, denn hier sehe ich eine Chance. Alle werde ich nicht erreichen, das ist mir klar. Aber vielleicht einen, oder zwei. Das ist schon ne ganze Menge.

Die Tour geht weiter, die Daten findet ihr oben in der Terminspalte – vielleicht sehen wir uns irgendwo und diskutieren miteinander!

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