Das Magazin CEO Middle East hat kürzlich eine Liste der 100 mächtigsten arabischen Frauen vorgelegt. Eine interessante Liste, keine Frage, gut durchmischt was Herkunft, Alter und Betätigungsfeld der Frauen angeht. Neben Frauen aus Kultur und Kunst sind auch erfreulich viele – sogar mehr als 50% – Vertreterinnen aus Wirtschaft, Forschung und Politik vertreten.

Nichts desto trotz fehlt mir bei der Liste vor allem eines – ein Kriterium für die Definition der so genannten „Macht“ oder eine Erklärung; was soll das genau bedeuten? Geht es darum, einen möglichst hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen, wie beispielsweise die Nobelpreisträgerin Tawakkul Karman, die es zwar in diesem Jahr auf Platz 2 der Liste geschafft, in den Jahren zuvor aber überhaupt keine Beachtung gefunden hat, obwohl ihr Engagement (was ja auch die Nobel-Auszeichnung zeigt) sich bereits über viele Jahre zieht. Oder geht es darum, möglichst viele Menschen mit seiner Arbeit zu erreichen, wie die Sängerin Fairouz (Platz 13), oder weil man einem Wirtschaftsunternehmen mit möglichst vielen Mitarbeitern und einem Millionenschweren Jahresumsatz vorsteht wie Lubna Olayan (Platz 3), die eine Finanzdienstleitungsfirma in Saudi-Arabien führt? Weiterlesen

Die Kollegen der großartigen Initiative Deutsch Plus haben eine herrliche Kampagne veröffentlicht. Das Bild hat mich sehr zum Lachen gebracht; ich hoffe, euch auch!

In diesem Sinne: Migrationshintergrund für alle!

 

Schluss mit der Benachteiligung

 

Mein Beitrag zur Bundespräsidentenwahl!

Mit anderen Worten – mal schön die Moschee im Dorf lassen, ehe wir uns das nächste Mal über Ägypten oder Tunesien echauffieren 🙂

 

Vor genau zwei Wochen, am 25. Januar, begannen die Proteste in Kairo, und seither habe ich fast ununterbrochen am Computer geklebt, um die Ereignisse so gut es ging zu verfolgen.

Das war und ist nicht immer ganz einfach, zum einen wegen der schon erwähnten verschlafenen deutschen Medien, zum anderen wegen der zeitweise abgeschnittenen Internet- und Telefonverbindungen in Ägypten. Tagelang habe ich keine Nachricht bekommen von Freunden vor Ort, erst seit Donnerstag habe ich inzwischen von den meisten gehört, dass es ihnen gut geht, habe gehört, wer an den Protesten teilgenommen hat und wie es inzwischen auf den Straßen aussieht. Schließlich musste ich mich zwingen, mich ein paar Tage vom Internet und dem Verfolgen der Nachrichten abzulenken, um ein bisschen Distanz aufbauen zu können. Die Bilder und Berichte hatten mich zu sehr mitgenommen.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und es ist Zeit für eine persönliche Zwischenbilanz.

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Je stärker der Druck zu schweigen, je kreativer und lauter die Stimmen. In Syrien produziert der Aktivist Jameel seit November die Fingerpuppenshow „Top Goon“ – Tagebuch eines kleinen Diktators. Hauptfigur ist Beeshu (unschwer zu erkennen, wer hier gemeint sein könnte).

Klassisches Kabarett mit Fingerpuppen als Form des Protests? Warum? „Wir brauchen nicht noch mehr Bilder von blutenden, sterbenden Menschen, wir müssen den Leuten Mut machen. Und wir müssen das Regime der Lächerlichkeit preisgeben.“ Dass die Opfer der Proteste nicht nur Zahlen, sondern Menschen sind, das will er zeigen, weil er selbst schon Freunde verloren hat in den letzten Monaten.

Inzwischen produziert Jameel, der mit dem Projekt „Top Goon“ sein Leben riskiert, seine Clips in der Türkei. „In Syrien ist es schon gefährlich, ein Telefon mit Kamera zu besitzen – geschweige denn ein ganzes Kamerateam.“

Was ich an Berlin unter anderem so mag, ist die Tatsache, dass man vor allem am Wochenende selten weiß, wie und wo ein Abend endet, wenn man irgendwann das Haus verlässt. Mit anderen Worten: Lass dich überraschen!

Gestern war ich auf Anraten von Freunden im Haus der Kulturen der Welt zum Meeting Points 6 Festival of Arab Arts, um unter anderem einer Podiumsdiskussion mit Adania Shibli und Ahdaf Soueif zuzuhören und ein bisschen Kunst zu sehen. Habe ich dann auch gemacht, war toll und spannend – mehr dazu hier demnächst!

Wie das so ist, trifft man dann vor Ort aber Freunde, die dann für den weiteren Abend noch andere spannende Dinge geplant haben. Ich hab mich dann einfach mitnehmen lassen ins HAU 1 zum Tanztheater „Hell on Earth“. „Ich weiß auch nicht so genau, was das ist, aber soll super sein!“, sagt die Freundin, die mich ins Schlepptau nimmt. Ausverkauft – interessiert uns nicht, wir gehen trotzdem und haben Glück! Und ZUM GLÜCK!

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Ein ganzes Jahr mit Umwälzungen in vielen arabischen Ländern ist vergangen! Und ein Jahr West-Östliche Diva auch! Eine Woche, ehe in Ägypten die große ثورة losging, ging die Diva online – und hatte auf einen Schlag schon ganz, ganz viel zu berichten!

Ich freu mich riesig über das positive Feedback und sage Danke! Und freu mich noch viel mehr auf das nächste Jahr! Es wird bestimmt nicht ruhiger werden! In diesem Sinne – Happy Birthday to me!

Was Weihnachtsfeiern für den Dezember, sind Neujahrsveranstaltungen für den Januar. Und als mir die Einladung zum Neujahrsempfang der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ins Haus flattert, merke ich auch gleich auf – das Programm kündigt neben den üblichen Grußworten, Musikdarbietungen und Gutmenschentum auch einen Vortrag von Rachid Al-Ganouchi, dem Vorsitzenden der El-Nahda Partei, die in Tunesien kürzlich mit überwältigender Mehrheit die Wahl gewann und die als islamistische Partei verschrien ist. Ich bin interessiert, melde mich zusammen mit zwei Freundinnen an.

Schon als wir den Ort des Geschehens, den Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt betreten, beschleicht uns ein leicht beklemmendes Gefühl. „Ich fühle mich sehr bürgerlich“, raunt mir meine Begleitung ins Ohr. Viele sehr gediegene Menschen in Anzügen und Hosenanzügen sitzen um uns herum, wir ziehen den Altersdurchschnitt arg nach unten.

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Ein verspätetes frohes neues Jahr euch allen! Und der gute Vorsatz, die Diva wieder lebendiger werden zu lassen! Es ist viel los in Arabistan!

Zum Neuen Jahr hier gleich ein ganz wunderbares Projekt! Der palästinensische Künstler Khaled Jarrar hat mit seinem Projekt „Live and Work in Palestine“ bereits große Erfolge gefeiert. Er entwarf ein symbolisches Wappen für den freien Staat Palästina und reist seither um die Welt und stempelt an den verschiedensten Orten Pässe mit seinem Palästinawappen, das den „Palestine Sunbird“ zeigt.
Bei der diesjährigen Berlin Biennale wird er sein Projekt auch in Deutschland vorstellen und sicher auch Pässe stempeln. Außerdem hat er sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und das Logo auf Briefmarken drucken lassen, die man sich nun über die Berliner Biennale per Mail bestellen kann. Ein Bogen umfasst 20 Marken a 55 Cent (kann man ganz normal verwenden!) und kostet 16,-€
Ich habe meine schon bestellt und bin gespannt auf die Biennale (27.4.-1.7.2012). Werde auf jeden Fall meinen Pass mitnehmen – so einen Palästinastempel bekommt man ja nicht alle Tage!!

Am kommenden Mittwoch, dem 2. November beginnt in Berlin das ALFILM Filmfestival. Eine Woche lange werden ca 70 aus allen Teilen der arabischen Welt gezeigt. Regisseure präsentieren ihre Werke in den Kinos und stehen dem Publikum Rede und Antwort.

Im Hauptprogramm gibt es aktuellen arabischen Film, zum Beispiel den Eröffnungsfilm „18 youm / 18 days“, eine Collage aus 10 Kurzfilmen, die sich mit der ägyptischen Revolution beschäftigt.

Einen meiner Lieblingsfilme, einen fantastischen Politthriller/Drama „Shahrazade, tell me a story“ gibt es auch zu sehen! Den sollte man auf keinen Fall verpassen!

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